Eight days a week…

Veröffentlicht in Unterwegs mit den Tags , am 28. Februar 2012 von ratso07

Montag, 27. Februar. Allmählich nähert sich unsere Zeit hier dem Ende entgegen. Dabei sind wir noch nicht einmal eine Woche auf Sumatra. Also ist jetzt vielleicht die letzte Gelegenheit, noch einmal einen Post rauszuhauen. Irgendwie läuft sowieso alles gerade etwas unrund, Pläne werden ständig umgeworfen und jeder ist genervt. Doch der Reihe nach. Etwas seltsam war es schon: Wir saßen im Taxi nach Bukittinggi und es war, als wären wir nur ein paar Tage weggewesen. Reifenwechsel absolviert, Susas Fuß eingeklemmt, dann Hotel und abends ein bisschen Geburtstag feiern, mit lecker Padang-Food. Die große Bauruine auf dem Hügel ist jetzt fast fertig, ein Riesenhotel, fragt sich nur, wo die ganzen Gäste herkommen sollen. Nicht viel los, außer am Wochenende, wenn halb Sumatra und Malaysia hierherkommen. Am Mittwoch sind wir mit dem Motorrad (Boah, wie habe ich das vermisst…) ins Dorf, großes Hallo, lecker Essen, Begrüßungsrunde, Geschenke verteilen, Leute treffen, abends zurück ins Hotel. Am Donnerstag nochmal alle zusammen per übel vollgepropftem Minibus ins Dorf, wieder Begrüßungsrunde gedreht, Alex vorgestellt und ihn abends wieder in den Minibus gesetzt. Geschlafen haben wir im alten Minanghaus bei Dewi, Ibu Ida und Pak Ismet. Irgendwie schliefen um 19 Uhr aber schon alle, außer Pak Ismet, mit dem ich eins von Susannes Formularen ausfüllte, drei Stunden lang, war anfangs anstrengend, dann aber hochinteressant, vor allem die Dinge, von denen er sagte, dass sie auf keinen Fall seine Frau wissen dürfe…

Regen die ganze Nacht, wir schliefen direkt über den Hühnern und Pak Ismet war es dann, der zum Morgengebet rief. Am nächsten Tag tatsächlich noch ein Formular mit Ris ausgefüllt, der das Ganze in einer halben Stunde runter „riss“ – Susanne kommt an die Männer ja nur schlecht heran. Freitagmittag dann mit vollem Darm (auf die öffentliche Toilette bei der Moschee hatte ich keine Lust und bei Ibu Ida war zuviel los…) und Susanne, Nayma und Hennes zum Markt in Pekan Selasa / Pintu Koto, ein paar Kleinigkeiten einkaufen und dann setzte ich mich in den Bus. War ganz nett, irgendwann mussten sich noch zwei verschüchterte Schülerinnen zu mir auf den Vordersitz quetschen und ich ein Bein in den Fußraum des Fahrers stellen, sodass mir der Kollege jedesmal beim Schlaten zwischen die Beine griff, immerhin aber sehr vorsichtig.

Abends dann wieder Padang-Food mit Alex, und danach einige Biere und „Black Hawk Down“ auf Tommys zukünftigem Laptop auf dem Balkon. Den Film (Spannend, aber viehisch) kriegt Al, hoffentlich nur lässt er ihn die Kinder nicht gucken. Mit dem Filme gucken ist das sowieso so eine Sache, irgendwie läuft immer irgendwo der Fernseher und Hennes hockt mit davor, mit Spielen und die Sprache wieder lernen war das nicht so richtig was.

Am nächsten Morgen wollten Alex und ich eigentlich zum Lake Maninjau, aber Hennes hatte die Nacht über gebrochen, sodass wir erstmal ins Dorf mussten und zur Sicherheit Medikamente vorbeibrachten. Von dort fuhren wir dann per Motorbike zum Harauvalley – und hatten Glück, der Regen brach erst fünf Minuten nach unserer Rückkehr nach Bukittinggi los. Hennes möchte natürlich auch gerne nochmal dorthin, allerdings vor allem wegen der Ententretboote, naja und auch der Wasserfälle wegen, dann müssten wir natürlich auch dort übernachten, um abends den Affen beim Spielen mit dem Echo zuzuhören, aber ob wir das noch schaffen? Fraglich… Abends dann in Trinklaune ins Bedudal und endlich schaffte ich das, was ich damals das ganze Jahr über nicht machen konnte: Eine Nacht in Bukittinggi…. Alex trollte sich irgendwann, weil er „die Sprache nicht kann“, Pech gehabt, es sprachen alle Englisch an unserem Tisch. Naja, kaum war er fort, wurden die Gitarren ausgepackt und es wurde fleißig gesungen und getrunken.

Ich sprach Indonesisch mit einer unglaublich schnell sprechenden Französin, die mich irgendwie an meine kleine Schwester erinnerte, griff auch etliche Mal zur Gitarre und blamierte mich natürlich auch ein wenig, weil mein siebartiges Gedächtnis alle Texte schon nach der ersten Textzeile nicht mehr abrufen konnte, im Gegensatz zu den Indonesiern, die alle sehr textsicher waren und musikalisch. Egal, toller Abend. Spielte auch mit einer Frau, die eine tolle Stimme hatte und auch sehr nett war. Ist natürlich so eine Sache: Zwei kleine Kinder, der Kerl wegen Drogen im Knast, da schauen die Damen natürlich, wie sie da rauskommen. Und jeder Westler, der Geld hat, um nach Indonesien zu fahren, gilt natürlich als gute Partie. Aber ich bin schon vergeben.

Eigentlich wollten wir am nächsten Morgen um sieben in Padang Panjang sein, um der Dampflok bei der Abfahrt zuzusehen, ich hatte mir zwar den Wecker auf halb sechs gestellt, musste ihn aber morgens doch schnell ausmachen, da ich erst um zwei Uhr wieder im Hotel war, wo ich über den Zaun klettern und einen etwas genervten Nachtportier rausklingeln musste. Aber Alex schien auch nicht erpicht auf frühes Aufstehen zu sein… Mit dem Lake Maninjau wurde es natürlich auch nix, weil Netti, ihre vier Kinder (Al blieb zu Hause: Arbeit…), Hennes und Susa ja (für sowas ist nur Sonntags Zeit) nach Bukittinggi kommen wollten, um in den Zoo zu gehen. Puh. Hennes schien es etwas besser zu gehen, aber so richtig schnell kamen sie nicht los, und die Busfahrt dauert ja auch, sodass ich mit Alex schnell zum Sianok Canyon zum Taruko fuhr. Dort trafen wir auch die Sängerin vom Vorabend, die plötzlich eine sehr raue Stimme hatte… Tauschte mit ihr Telefonnummern aus, Hintergedanke: Alex hat keine indonesische Karte im Handy, also könnte ich ihn dort lassen und hätte Kontaktmöglichkeit, in den Zoo mit den Kindern würde er sicher nicht mitwollen und dort kann man gut herumlaufen.

Glaubt mir bloß keiner. Naja, kaum war mein bestellter Ananassaft eingetroffen, klingelte das Handy, die Truppe war am fast am Busbahnhof und Susanne sauer, weil wir nicht in Bukittinggi geblieben sondern in den Canyon gefahren waren. Ich ließ also Alex in netter Obhut, fuhr die sieben Minuten zum Busbahnhof, holte mir dort die erste Standpauke ab, fuhr mit Hennes und diversen Taschen ins Hotel, warf die Taschen ab, fuhr mit Hennes zum Zoo, wo wir die anderen trafen und mir der von den neugierigen Indonesiern genervte Hennes mit Wucht und der Faust ins Gemächt schlug, sodass ich mich erstmal setzen musste. War dann auch etwas genervt, was Susanne total nervte, deren Laune sich auch nicht besserte, als ich einige SMS erhielt, die mich über Alex’ Treiben informierten. Dann brach der Regen los, wir picknickten unter einer Palme und ich versuchte, gut Wetter zu machen, indem ich mit Tommy im strömenden Regen Autan und etwas Kuchen besorgte.

Klappte auch einigermaßen – bis zur nächsten SMS. Naja, irgendwann war der Zoo durch, nicht wirklich meine Veranstaltung, die Tiere wirkten nicht besonders glücklich, ich hatte Kopfschmerzen, aber wenigstens regnete es nicht mehr. Tommy und ich gingen kurz ins Bedudal, um uns bei Facebook zu befreunden, alleine bekam er es nicht hin und es schien sehr wichtig und als ich vorm Bedudal stand, eine Zigarette rauchen und dabei telefonieren wollte, mir stattdessen aber die Zigarette ins Ohr steckte und plötzlich das Handy im Mund hatte, entschied ich, dass ich möglicherweise eine kurze Pause benötige. War gegen vier Uhr. Also fuhr ich Tommy „kurz“ durch Horden nicht Autofahrenkönnender aber es trotzdem tuender Sonntagstouristen zum Jam Gadang, wo er sich noch Schuhe kaufen und die anderen treffen wollte. Dann sank ich darnieder, aber um fünf klopfte es bereits an der Tür: Ich hatte Moly gesagt, dass ich evtl. um fünf mit zur Massage kommen wollte, die Schmerzen sind morgens immer noch etwas unangenehm, ihn aber vorher anrufen würde. Naja, als er meiner ansichtig wurde, hatte er sofort ein Einsehen.

Immerhin war ich nun wieder einigermaßen wach und konnte mich, als Susanne fünf Minuten später anrief, zu den beiden ins Bedudal gesellen. Alex hatte sich in der Zwischenzeit ausgiebig mit der Sängerin unterhalten und ihr auch seine deutsche, allerdings versehentlich falsche, Telefonnummer gegeben, bevor er auf dem Rückweg durch den Dschungel bis zum Bauch im Schlamm versank, diesmal aber seine – neue – Kamera retten konnte und tat abends im Hotel kund, dass er morgen, also heute, mit dem Bus zum Lake Maninjau fahren und dort zwei Nächte bleiben wolle. Theoretisch also Gelegenheit für uns, heute und morgen noch in Ruhe ein paar Dinge in Bukittinggi und im Dorf zu regeln. Heute morgen dann Alex gesagt, dass Hennes und ich demzufolge wahrscheinlich eher gar nicht zum Maninjau fahren würden, worauf er erst etwas beleidigt reagierte, nun doch nicht heute zum Maninjau fahren wollte und schließlich, als ich einige Dinge aus seinem in unser Zimmer transferierte, explodierte und mich nun zwei Tage nicht mehr sehen will.

Auch gut, vielleicht besser so. Und es sind ja nicht nur meine Pläne, die sich täglich ändern… Problem ist nur, dass Honi mir nun immer weiterhin SMS schickt und nach Alex fragt, ob er schon am Maninjau ist, weil sie ihn ja nicht erreichen kann, er mich aber nicht sehen will und ich ihn auch gerade nicht, und Susanne immer so komisch guckt, wenn ich schon wieder eine SMS bekomme. Naja, langweilig ist es wenigstens nicht gerade… Heute früh fuhren wir dann zum Taruko, wo wir allerdings wohl nicht übernachten werden (dürfen), weil die Dorfbevölkerung die Nase wohl voll hat von Weißen, die dort übernachten und das auch noch Männlein und Weiblein, ohne verheiratet zu sein. Schade. Naja „diel Dorfbevölkerung“ werden dann wohl vor allem der Iman und der Dorfchef sein. Egal, Hennes und ich badeten im Fluss und stromerten ein wenig in der Gegend herum

– Honi rief glücklicherweise nur zweimal an, um sich nach Alex zu erkundigen- , während Susanne ein wenig arbeitete und dann fuhren wir Susas alten Laptop abholen. Den sollte unser Dorf, (also eigentlich die Kinder zum Lernen, hoffentlich bunkert ihn nicht der Dorfchef persönlich für sich), als Geschenk bekommen. Im Laden sollten sie statt des deutschen Betreibssystems ein englisches aufspielen, haben stattdessen aber die Kiste kaputtgemacht. Angeblich vorher schon kaputt, (funktionierte allerdings vorher noch tadellos) Chipset zu heiß geworden und nun hin. Auch schön. Stimmung war natürlich im Eimer, nach Versicherung braucht man ja hier gar nicht erst zu fragen, also müssen wir morgen einen neuen besorgen. Danach zurück ins Hotel, wo Hennes uns zur Verzweiflung trieb, bis Susa weggging. Jetzt sitze ich gerade im Bedudal, schreibe dies und gehe auch gleich wieder ins Hotel. Mal schauen, was der morgige Tag so bereithält…

Hey, hier kommt Alex!

Veröffentlicht in Notizen am 24. Februar 2012 von ratso07

Tja,was waren meine schönsten Momente auf Java? Da war sicher dieses Regee (Die schreiben das hier wirklich so!) Konzert in Jogja in dieser kleinen Bar, wo sich zuerst nur fünf Musiker, drei Animiermädchen und ebensoviele Touristen (incl.Udo und mir) befanden,später aber der Bär steppte. Und ich auch!

Das war der erste Abend, an dem Udo Hennesfrei hatte, weil Susanne vom Dorf eingetroffen war. Am Samstagmorgen habe ich dann alleine (Udo und Susanne waren schon da) die Tour „Borobudur sunset“ gemacht, bei der auf dem Infoblatt die morgendliche Ruhe angepriesen wurde. Der Tempel gehört sicher zu den sieben Weltwundern und ich habe oben auf dem Dach viele neue Freundinnen gefunden!

Tja, und dann, als ich eines Vormittags aufbrach um mir den Sultanspalast anzuschaun,rutschte ich aus und fiel in voller Montur in den Hotelpool. Glatte nasse Flächen in Slippers zu betreten ist hier genauso gefährlich wie Glatteis ohne Spikes im deutschen Winter. Das Ganze bescherte mir zwei lila Zehen, weil ich mit dem rechten Fuss am Beckenrand hängenblieb, aber noch schlimmer war, dass meine Kamera hoffnungslos abgesoffen war. Glücklicherweise hatte Udo kurz zuvor meine Bilder auf seinen Rechner gezogen. Ich bekam schlechte Laune, die einem depressievem Tropenkoller recht ähnlich war und Hennes machte es noch mehr Spass, mich zu ärgern. Geldscheine und Dokumente mussten auf dem Wäscheständer getrocknet werden.

Dienstag,der 21.Februar. Susannes 40ster Geburtstag. Wir stehen morgens um halb vier auf, fahren zum Flughafen und verlassen Java. Udo und ich erschleichen uns einen Fensterplatz. Es folgt ein toller Flug mit tollem Blick auf Javas Vulkane.

Udo gelingt es im letzten Moment, seinen Fotoapperat hervorzukramen, um diese einmaligen Momente festzuhalten. Um zwölfuhrdreissig landen wir in Padang. Es folgt eine denkwürdige Taxifahrt die 60 Kilometer rauf nach Bukkitinggi. Für den recht günstigen Preis von 222000 Rupien wird uns ein wahrer Seelenverkäufer angeboten…. Kurz vor Hälfte der Strecke haben wir einen Platten und der Fahrer zieht den Ersatzreifen auf, eine Art Schlauchboot.

Susanne: „Meint ihr nicht, wir sollten ihn überreden, den Reifen aufzupumpen?“ Alex: „Wenns bergab ginge, dann schon. Aber so bewahrt uns die Eierei vielleicht vor übermässigem Heizen…“ Der Fahrer schafft es, noch einige LKW mit 15 kmh in diversen Haarnadelkurven zu überholen. Schliesslich klemmt er noch Susas Fuss in der Tür ein,ich gebe ihm heimlich noch 5000 Rupien Tip, ist mir auch schon passiert.

Abends feiern wir noch im Bedudal und im Canyon, einige der wenigen Kneipen, wo es hier Bier gibt. Zum Essen gibt’s Padang-Food, reichlich scharf und mit den Fingern.

Am nächsten Tag ziehe ich los, eine neue Kamera besorgen, während Udo ein Moped ausleiht und mit Familie Angerstein aufs Dorf fährt. Ich bin vorerst nicht erfolgreich,Verkaufsgespräche scheitern an mangelnden Sprachkenntnissen und als ich Mittags entnervt ins Orchid, unser Hotel, zurückkomme, sehe ich schon wieder alles schwarz, werde dann von einem tiefen Schlaf von meinen negativen Gedanken erlöst. Plötzlich klopft es an der Tür und Udo ist da. „Komm, lass uns ne Runde drehn!“´ Schon sitze ich hinten auf dem Töfftöff und der Fahrtwind bläst mir um die Ohren. Dann kaufen wir noch eine Kamera und alle Sorgen sind verflogen.

Donnerstag nach dem Frühstück geht’s noch über den Basar, dann steigen wir in einen roten Kleinbus und ich komme endlich an den Ort, wo Udo, Susanne und Hennes ein ganzes Jahr verbracht haben.Von der Familie des Reisbauern Al werden wir sehr nett empfangen.

Seine Frau Netty kocht uns ein phantastisches Mittagessen. Hennes kann ausgiebig mit anderen Kindern toben, was die Atmosphäre zusätzlich entspannt.

Zwischendurch zeigt uns Al seinen Arbeitsplatz, die Reisfelder. Mal hier zu sein ist toll,aber die Arbeit ist hart und man wird nicht reich davon,die Familie kommt gerade so über die Runden.

Nachmittags sind wir noch zum Tee bei Ibu Ida und Dewi, die natürlich sehr neugierig sind, ob ich verheiratet bin und Kinder habe. Ibu Ida sagt, ich könnte glatt ihr Sohn sein. Tja,wenn ich alle Suren des Koran auswendig könnte, kann ich eine Indonesierin heiraten, oder auch mehrere. Die muss ich dann aber auch ernähren….

Sich regen bringt Regen

Veröffentlicht in Unterwegs mit den Tags am 19. Februar 2012 von ratso07

“Und dann waren wir in Kuhwelt auf dem Flughafen…” (Hennes)

Sonntag, 19. Februar. Endlich Regen. Und zwar ordentlich. Schade, dass ich keine Kamera dabeihabe – die ist gerade noch mit Susanne, Alex und Hennes unterwegs. Naja, die werden jetzt irgendwo sitzen und dort vielleicht ein paar Fotos machen. Hatte mich heute ausgeklinkt, als die anderen noch einmal zum Parangritis fuhren. Meine linke Schulter, Arm, Hand und seltsamerweise auch der Fuß sind völlig verspannt, was sie auch schon vorher waren, aber jetzt war es kaum mehr auszuhalten. Außerdem ist Hennes etwas schwierig, seit Susanne wieder da ist. Konnte also gut ein wenig Ruhe gebrauchen.

Bin also Richtung Malioboro und habe ein paar Filme erstanden. Auf dem Rückweg bei Tante Lies einen alten Mann getroffen, der zwar kaum sprechen konnte, aber dafür massieren. Der hat da ein paar Knoten durchgeknetet, dass ich hätte schreien können. Dafür ist es jetzt viel besser. Tja, was war sonst? Susanne kam am Donnerstag und hat sich unterwegs auch gleich von diversen Klimaanlagen die Stirnhöhlen abdichten lassen. Naja, dafür sind Alex und ich erkältungsmäßig wieder fit. Hennes hat sich natürlich riesig gefreut, ist aber seitdem sehr quakig und schnell beleidigt, wütend und gewalttätig. Legt sich hoffentlich bald. Viel aufregendes haben wir allerdings nicht gemacht die letzten Tage, viel herumgelaufen natürlich,

lecker gegessen, heftig geschwitzt, ein wenig eingekauft, ein wenig schwimmen gelernt und Alex hat eine Tour zum Borobodur gemacht. Aber das sollte er vielleicht selbst erzählen, werde versuchen, ihn für den nächsten Blog-Eintrag als Gastautor anzuheuern.

Einige von uns sind allmählich von den Becak-Anfragen und besonders von den Einladungen auf Kunst- bzw. Batik-Ausstellungen genervt. Und der kleine Mann kann die Geduld auch gerade ausnehmend gut strapazieren. Wollte mir eigentlich eine neue Gitarre zulegen, werde das aber auf Padang verschieben, muss ich sonst die ganze Zeit mitschleppen. Aus dem Dorf rufen sie dauernd an und fragen, wann wir endlich kommen. Übermorgen früh geht es los, aber die Nacht werden wir erstmal in Bukittinggi bleiben und dort Susannes Geburtstag feiern. Flugtickets haben wir schon.

Für Tommy haben wir einen Laptopf besorgt, hat er sich für seinen Assistentenlohn gewünscht. Eigentlich hatten wir nochmal zum Baron-Beach fahren wollen, aber das ist alles so anstrengend in der Hitze mit der langen Fahrerei, sodass wir die Nummer gecancelt haben. Wenn man hier ein zwei Stunden unterwegs war, ist man danach fertig, der Smog ist auch enorm, sodass wir alle leichten Raucherhusten haben. Naja, auf Sumatra wird es dann, zumindest nachts, etwas kühler werden, aber wohl auch mehr regnen.

Vielleicht schaffen wir es morgen vormittag ja noch in den Sultanspalast und zum Vogelmarkt, mal schauen. Packen müssen wir ja auch noch, der Flieger geht Dienstag sehr früh. Ach, bei einem Reggaekonzert waren wir auch, gleich um die Ecke. Sehr gute Band, aber das Publikum war etwas trostlos, fünf Touristen und zwei Animiermädchen. Gegen Ende hin wurde es etwas besser, Alex schwang dann sogar das Tanzbein… So, werde mal aufhören, da kommt der nasse Rest der Truppe. Mehr demnächst aus Sumatra…

Die Hitze, der Hennes und ich

Veröffentlicht in Notizen am 15. Februar 2012 von ratso07

15. Februar. 14.30 Uhr. Puh. Will ja nicht nörgeln, aber irgendwie hatte ich vergessen, wie heiß das hier ist. Besonders in Yogya, trotz Regenzeit. Die Zugfahrt war natürlich doch etwas anstrengend und Alex scheint sich auch gleich im klimatisierten Zug eine Bronchitis geholt zu haben. Mein Schnupfen wird langsam besser, der Fitteste ist aber Hennes. Am Montag gab es gleich den ersten Tropenkoller, bin mit den beiden per Becak (es gibt immer noch viel zu viele davon, aber zu wenig Kundschaft, also wird man ständig angesprochen – Hennes will eigentlich immer…) zur Malioboro, man will den Leuten ja was bieten.

Die Fahrt war super, aber Hennes begann schon über leichte Ohrenschmerzen zu klagen. Im Gewimmel auf der Malioboro wurde es nicht besser mit Hennes und dann fing auch noch der lädierte Alex an zu nörgeln: „Ich habe Hunger…“. Die beiden also in ein nettes Restaurant gelotst, aber bevor wir bestellen konnen, tillte Hennes, sodass wir sofort per Taxi zur Jalan Parangtritis fuhren, wo Alex sich entnervt zu Tante Lies setzte, und wir mit Umweg zum Supermarkt zum Hotel gingen. Seltsamerweise schien das Eis vom Supermarkt die Ohrenschmerzen geradezu verschwinden zu lassen, sodass ich mit Hennes dann nochmal loskonnte, Hunger hatte ich nämlich tierischen. Ich dachte, das geht ne halbe Stunde gut und dann müssen wir zurück, versprach also, dem inzwischen zurückgekehrten Alex noch ein kaltes Bier mitzubringen. In der Pizzeria allerdings drehte Hennes dann nochmal richtig auf, mit ein paar Tricks (Papierflugzeuge falten…) gelang es mir, ihm sogar noch Einiges an Nahrung unterzujubeln und wir hatten eine Menge Spaß.

Soviel, dass wir erst drei Stunden später zum Hotel zurückkehrten und ich nur eine Flasche Bier mitbrachte, weil ich dachte, dass A. bestimmt schon schläft und wenn nicht, wir uns die ja hätten teilen können. Er schlief aber nicht, sondern war durstig und natürlich sehr beleidigt. Kurzer Streit, ging aber am nächsten Morgen wieder, und der Laden ist keine 5 Minuten entfernt. Aber die Hitze macht einen natürlich verrückt, wenn man etwas angeschlagen ist und dazu noch den Jetlag mit sich rumschleppt. Die Nacht war auch nicht so doll, hatte den Fan ausgemacht, um mich besser zu akklimatisieren und mich also die ganze Nacht schlaflos im schweißnassen Laken gewälzt. Der Hahn hat über die Ohrenstöpsel auch nur gelacht… Gestern sind wir dann (wieder zu spät losgekommen) und mit dem Bus zum Pantai Parangtritis gefahren. Den leeren Apfelsaft von Hennes, den ich dort vorläufig abstellte, griff sich auch gleich ein eher nicht so wohlhabender Familienvater und saugte den letzten Tropfen heraus. Hennes wollte die armen Leute sogleich zu uns nach Hause einladen, was ich ihm leider ausreden musste. Das Thema Armut und Reichtum, und warum die Reichen nicht teilen, und die Polizei da nichts machen kann, ist einem Kind natürlich schwer zu vermitteln, ich selbst verstehe es ja eigentlich auch nicht bzw, finde es schwer zu akzeptieren. Nunja, am Strand war es natürlich toll, in der Brandung herumtoben und im Sand spielen, leider waren wir ein ganz kleines bisschen zu lange dort.

Nach einem leckeren Mittagessen (gegrillte Flunder) schleppten wir uns halbtot zum Bus und ich hatte mir trotz aller Vorsichtsmaßnahmen schon einen üblen Sonnenbrand zugezogen. Der Bus fuhr langsam, wurde irgendwann noch mit Gemüse vollgeladen und fuhr leider nicht zurück zur Jalan Parangtritis, sondern zum Busbahnhof, wie wir dort feststellen mussten. Sagt einem ja keiner… OK, relativ schnell einen anderen Bus gefunden, dann ein bisschen im Pool ausgeruht, geduscht, ein Getränk genommen und auf zum Milas. Wir gehen rein, da steht „der Mann“, nimmt Hennes’ Hand und beide ziehen sie von dannen. Hätte beinahe vor Rührung heulen müssen, war schließlich fast drei Jahre her und Hennes konnte sich – eigentlich – nicht erinnern. Naja, Hennes blieb den Abend über verschwunden, die beiden spielten Schach und Uno und was nicht noch alles und Alex und ich schlemmten. Boah, war das lecker und gemütlich, zwischendurch kam Hennes für ein paar Nudeln vorbei und irgendwann schmissen sie uns raus und wir schlichen todmüde und glücklich nach Hause. Die Nacht war besser, heute allerdings war ich in langer Hose und langen Ärmeln und Turnschuhen und Socken unterwegs (Die Füße sind auch hin…). Kein richtiger Spaß für mich.

Dann ein bisschen rumgeschlendert in unserem alten Viertel, auch Ibu Har getroffen (da fiel mir wieder die emotionale Zurückhaltung der Javaner auf – sie zeigen ihre Gefühle eher nicht, auch wenn sie sich freuen). Jetzt sind Hennes und ich gerade wieder im Hotel, Klimaanlge und Hörbuch, es war zu heiß, während A. Solo unterwegs ist, er wollte sich scheren lassen. Hoffentlich findet er zurück, als wir mit der Becak wegfuhren, marschierte er mit meinem Rucksack weiter, wo die Pässe und das Geld drin sind. Naja, wird schon klappen. Und später werden wir heute wohl nochmal ins Milas müssen, das hat Hennes schon angekündigt. Nichts dagegen, die Speisekarte dort ist ebenso umfangreich wie interessant und es schmeckt alles himmlisch. Und morgen mittag kommt Susanne. Das wird spannend… Ah, endlich Regen. Alex ist wieder da, der holländische Familienclan von nebenan spielt, von Hennes fasziniert beäugt, Wasserball im Regen im Pool und wir ziehen demnächst weiter. Hennes will jetzt ständig Fotos machen, ganz interessant, muss demnächst mal eine Auswahl hier posten.

Wieder in Yogya

Veröffentlicht in Unterwegs mit den Tags am 13. Februar 2012 von ratso07

Samstag. Im Zug nach Yogyakarta. Reisfelder, wohin das Auge sieht. Jetzt Durchfahrt Ciribon. Draußen zieht es sich zu. Gestern abend noch sehr lecker in der Nähe des Hotels gegessen. Live-Musik war dort für den Abend annonciert, aber eben nur annonciert. War damals, glabe ich, auch schon so. Aber netter Laden. Ein sehr ordentliches Gewitter hat uns dann noch ein Weilchen länger dort verweilen lassen, trocken sind wir dennoch nicht ins Hotel gekommen. Die Nacht war nicht so erquickend. Nachts um halb vier hat Hennes gebrochen, heute hat er Durchfall, hoffe, dass er sich „nur“ den Magen verdorben hat. Süßigkeiten…. Jetzt hört er gerade ganz friedlich Hörbuch, in einer Stunde wird das Essen serviert. Alex scheint aus dem Polizeigewahrsam entwichen zu sein, jedenfalls sitzt er nicht nur im gleichen Zug, sondern sogar im gleichen Abteil. Mal schauen, wie sich das mit Hennes weiter entwickelt, eigentlich wirkt er fit, zur Not muss er auf Reisdiät, die Süßigkeiten in seiner Reichweite hat er ohnehin schon vertilgt.

Montag, 13. Februar, Delta Homestay. Sehr schöne Unterkunft (Danke, Tom!). Gestern abend angekommen, gleich in den Pool, dann im Regen zu Tante Lies. Heute morgen von den Hähnen und den Muezzins geweckt worden (jetzt weiß ich wieder, warum ich die Ohrenstöpsel mitnahm…). Gefrühstückt, die Hitze steht, und wir müssen los, sonst zerlegt Hennes, der mittlerweile fleißig Fotos macht, vor Langeweile die Hütte…

Jetlag und Regen

Veröffentlicht in Notizen am 11. Februar 2012 von ratso07

Puh. Mit Erkältung fliegen macht gar nicht so dollen Spaß. Beim Landeanflug auf Kuwait dachte ich, der Pilot hätte die Motoren ausgemacht (zum Segeln…), bis ich merkte, dass ich komplett taub war (Ohren dicht). Flughafen Kuwait war seltsam aber nur kurz. War froh, als wir endlich da waren, hatte das Gefühl, dass die ständig Essen servierten.  Hatte sogar daran gedacht, beim Check-In ein Essen für Kinder zu bestellen, wo man mir sagte, dass man das 24 Stunden vorher tun müsse. Die ersten zehn Mahlzeiten hat sich Hennes noch tapfer reingedrückt, dann wollte er nicht mehr. Kann ich ihm nicht verdenken, das letzte Essen von Kuala Lumpur aus war dann auch lausig (Rührei aus Stein), da dachten sie wohl, dass es jetzt nicht mehr drauf ankommt. Interessanterweise war das Flugzeug ab Kuwait fast nur mit jungen Indonesierinnen gefüllt (zurückkehrende Hausmädchen?)  Nach 24 Stunden Reise von Göttingen aus kamen wir dann gegen 14 Uhr Ortszeit gestern auf dem Flughafen Jakarta an, brachen sofort in Schweiß aus und dann recht zügig mit Taxi ins Hotel auf. Dann noch kurz im Regen auf den Spielplatz, Telefonkarte besorgt, Sate gegessen und nach zwei Bintang um 21 Uhr umgebrochen. Um 1 Uhr wieder aufgewacht, befürchtet, nie wieder schlafen zu können, aber doch noch mal bis 7 Uhr geschlafen. Dann zu Fuß (was in Jakarta eigentlich niemand macht) zum Bahnhof und ein Ticket für den Zug morgen früh besorgt. Auf dem Rückweg ist Alex dann verhaftet worden, weil er Militäranlagen fotografiert hat. Das hat er nun davon, dass er das Russische Brot von Hennes aufgegessen hatte…

Dann musste ich mir neue Sandalen kaufen, weil ich nicht mehr laufen konnte, jetzt chillen wir im Hotel, warten auf den nächsten Regen, gehen dann nochmal was essen und morgen früh geht es weiter nach Yogya, wo wir vielleicht Susanne demnächst treffen werden, denn Hennes war sehr charmant am Telefon und sie scheint eine kurze Forschungspause gut brauchen zu können. Sampai jumpah…

Auf den eigenen Spuren…

Veröffentlicht in Notizen mit den Tags am 8. Februar 2012 von ratso07

So. Nun ist es endlich soweit. Morgen früh geht es los, und dann werden Hennes und ich erstmal in Jakarta und Yogya auf unseren eigenen Spuren wandeln. Fast drei Jahre ist es her, dass wir dort waren, die Sprachschule und den Kindergarten besuchten. Wie wird er wohl reagieren? Was und wen wird er wiedererkennen? Ob die Sprache wohl wieder zurück kommt? Nunja, ich bin sehr gespannt. Freitag werden wir ankommen, Sonntag wollen wir mit dem Zug weiter nach Yogya, acht Stunden Fahrt. Ich bin gespannt und auch etwas aufgeregt. Und um den 19. /20. Februar herum treffen wir dann auch die Mama wieder, in Bukittinggi. Das wird ein Fest… Ins Rumah Teman können wir leider nicht wieder, das ist voll, aber hoffentlich Mas Andi und Ibu Har treffen. Und ins Milas. Nach Parangtritis. Und… Ach, jetzt wird mir irgendwie ein wenig blümerant. Mal schauen, ob ich die Zeit zum Bloggen finden werde. Den Packsack muss ich wohl noch mal aus- und umpacken, das hat Susanne besser drauf, sowas. Bis dann…

Wulff wechselt zur FDP

Veröffentlicht in Notizen mit den Tags , am 28. Januar 2012 von ratso07

Mit einer sensationellen Neuigkeit überraschte Bundespräsident Christian Wulff (bisher CDU) zum Wochenende: Er hat die Union verlassen und ist Mitglied der Liberalen (FDP) geworden. “Das ist sicher ein ungewöhnlicher Schritt”, kommentierte das eine sichtlich erleichterte Bundeskanzlerin. Trotzdem habe Wulff weiterhin ihr “vollstes Vertrauen”, so Merkel.

Erfreut zeigte sich FDP-Chef Philip Rösler. Man habe liefern wollen, und nun habe man geliefert. Im Zweifelsfall sei  er dann eben geliefert. Experten sind sich über Sinn und Nutzen von Wulffs neuerlicher Volte im Unklaren. “Aber wenn er damit durchkommt, kommt er mit allem durch…” sagte ein ehemaliger Parteikollege, bevor ihm dessen Fraktionschef empfahl, die “Fresse” zu halten. Die er im übrigen ohnehin nicht mehr sehen könne.

Im Bundespräsidialamt hielt man sich bedeckt: Man könne zu der Sache nichts weiter sagen, da der Präsident gerade auf dem Weg zum Emir sei.  Er rufe aber gerne zurück und spreche zur Not auch auf die Mailbox. Unverständnis über die Debatte äußerten syrische Dissidentenkreise: “Was die Deutschen immer für Probleme haben. Wir hätten auch lieber einen Präsidenten, über den man auch mal lachen kann…” pda

Goldig: Ein Bundespräsident für die Hosentasche.

Neulich im Eichsfeld

Veröffentlicht in Notizen mit den Tags , am 23. September 2011 von ratso07

Der Papst, der wohnt im Vatikan
Katholen nennt man seine Untertan’
Die haben grad nicht viel zu lachen,
man hört ja ständig solche Sachen:
Von kleinen Kindern, bösen Priestern,
das kann die Laune schon verbiestern

Den Papst jedoch ficht das nicht an
er ist ein beschäftigter Mann
auch hat er noch ganz andre Sorgen
und das nicht erst seit heute morgen:
So musste er, und das mit Entzücken,
dem Wowereit die Hände drücken
was ihn, man kennt ja seine Präferenzen
ganz sicher führt an seine Grenzen
Er mag halt Schwule nicht so gerne
und sieht sie lieber nur von Ferne
(wobei, wenn sie tragen Taläre,
dann dürfen sie doch an die Altäre…)
Ein Schelm, wer Böses dabei denkt,
wie Benedikt die Herde lenkt
und immer eins vor Augen hat:
Auf ewig bleibt das Zölibat!
Auch soll man Ehen niemals scheiden
es niemals mit wem anders treiben
als dem, der einem angetraut
auch wenn es manchem dabei graut
Und müssen sie dabei auch leiden,
die Losung heißt: „Zusammenbleiben!“
Die Pille, die bleibt auch verteufelt
Und wehe dem, der daran zweifelt!
Von Liebe weiß man, da versteht er,
fast alles, ist er doch Gottes Stellvertreter…

Am Wochenende wird das Eichsfeld toben
und alle werden sie ihn loben
Nunja, nicht allen ist das ganz geheuer,
die sparen lieber Kirchensteuer
und treten aus der Kirche aus
und bleiben heute schön zuhaus…

Wie alles begann…

Veröffentlicht in Notizen am 16. März 2011 von ratso07

Von Juni 2009 bis August 2010 lebten wir mit unserem kleinen Sohn (als wir losfuhren, war er zweieinhalb Jahre alt) in Indonesien. Dort entstand dieser Blog. Hier beginnt er…